Die therapeutische Arbeit

In den drei Gruppen unseres integrativen Kindergartens werden je 17 Kinder betreut, davon bis zu 5 Kinder mit besonderem Förderbedarf (InklusionsPlätze) und je 12 Kinder auf Regelplätzen.

Nach Absprache mit den Pädagogen, der sonderpädagogischen Leitung, den Eltern, den behandelnden Ärzten und Therapeuten, erhalten die Kinder phsiotherapeut., logopädische, ergotherapeutische Einzelbehandlungen oder werden innerhalb des Gruppengeschehens im Spiel oder bei einer Tätigkeit unterstützt und gefördert. Dadurch werden die Kinder mit ihren Einschränkungen in der Gemeinschaft bestmöglich in ihrer Entwicklung begleitet.

Unsere Arbeitshaltung resultiert aus der fundamentalen Überzeugung, dass echte Integration nur gelebt werden kann, d.h. im entsprechend gestalteten Zusammenleben entsteht. Dieses gestalten wir durch die Verwirklichung von Begegnung, Beziehung, Wertschätzung der Individualität, Verbindlichkeit und Verlässlichkeit, Rhythmus und Wiederholung. Diese Säulen unserer waldorfpädagogischen Arbeit bewirken, dass unsere Kinder integriert sind und nicht integriert werden müssen. In diesem Sinne ist Waldorfpädagogik aus sich selbst heraus Heilpädagogik.

Physiotherapie

Ist eine vielfältig gestaltete Bewegungstherapie mit unterschiedlichen Konzepten und Techniken.

Als Therapiegrundlage wird zu Beginn ein individueller, ganzheitlich umfassender Befund in Kooperation von Therapeut, Erziehern und Eltern erhoben, der fortlaufend während der Behandlungsdauer mit der Entwicklung des Kindes verifiziert wird. So werden Abweichungen und Funktionsstörungen des motorischen Entwicklungsstandes, der Lokomotion und Bewegungsübergänge, der Aktivitäten des täglichen Lebens, der Sensorik, des Bewegungsapparates, der Kraft, Koordination und des Gleichgewichtes, sowie der Grob- und Feinmotorik individuell erhoben. Gleichwohl stehen nicht die Defizite im Vordergrund der Betrachtung, sondern die Ressourcen und Stärken, individuelle Besonderheiten und Bedürfnisse, Fähigkeiten und Entwicklungsvoraussetzungen des Kindes.

Das Kind wird in seiner Besonderheit als gesamte Persönlichkeit wahrgenommen und dort abgeholt, wo es in der Entwicklung steht.

Mit einer angepassten Therapie begleitet die Therapeutin das Kind zur Entfaltung größtmöglicher Selbständigkeit in Bewegung, Handlungsfähigkeit und Sozialkompetenz und fördert unterstützend seine körperliche und geistige Entwicklung.

Ein Behandlungseinheit besteht aus spielerisch gestalteten und alltagsbezogenen Übungsangeboten, die aufgegriffen und genutzt werden.

Die physiotherapeutische Zusammenarbeit von Kind und Therapeut besteht in der integrativen Förderung des Kindergartens aus:

  • therapeutischer Einzelsituation und
  • unmittelbaren Therapieangeboten im Gruppenalltag


Motopädie

Fordert die Kinder dazu heraus, den eigenen Körper zu erleben und im Rahmen der individuellen Möglichkeiten zur Harmonisierung der Gesamtpersönlichkeit beizutragen. Aus den hieraus entstehenden Spiel- und Bewegungssituationen greift die Motopädin besondere Möglichkeiten zur gezielten Unterstützung und Weiterentwicklung des Kindes auf. So entwickelt das Kind zunehmend Sicherheit zu seinen Fähigkeiten.

Das Angebot richtet sich nicht auf vorhandene Defizite und Schädigungen, sondern bietet Raum zum Nachholen und zur Nachreifung. Die Spielangebote unterstützen die Kinder, bewegungsaktiv und mit allen Sinnen Erfahrungen zu sammeln, ihre motorischen Fähigkeiten zu erproben und zu entfalten, um auf diese Weise die Umwelt zu begreifen.

Inhaltliche Schwerpunkte ergeben sich aus dem Entwicklungsstand und den Bedürfnissen des einzelnen Kindes. Im Mittelpunkt steht die gesamte Persönlichkeit des Kindes, vor allem seine Stärken.

Dabei wird das Behandlungskonzept dem Kind meist nicht als Therapie bewusst, sondern eher als spielerisch und entlastend oder bestätigend und wohltuend empfunden. Es hilft ihm ein positives Selbstbild zu entwickeln. Hierfür kann auch eine Arbeit in Kleingruppen wichtige Impulse zur aktiven Auseinandersetzung geben.

 

Heileurythmie/Eurythmietherapie

Ist eine Bewegungstherapie im Rahmen der Anthroposophischen Medizin und nimmt in den Blick, auf welche Weise die individuelle Persönlichkeit des Kindes, im Laufe ihrer Entwicklung in den ersten Lebensjahren, Wahrnehmung und Bewegung aufeinander abstimmen und eigene Impulse zum Ausdruck bringen kann.


Harmonisiert werden demnach Unausgewogenheiten in diesem Bereich, wie sie beispielsweise Kinder zeigen, deren Sinnestätigkeit oder auch Bewegungsdrang über ein gesundes Maß hinaus gehen oder die diese nur mit Mühe erlangen. Ihre heilende Wirkung entfaltet die Heileurythmie, indem sie die Möglichkeit hat, direkt in die vitalen Wachstumskräfte des kleinen Kindes einzugreifen. So ist sie indiziert bei körperlichen und seelischen Erkrankungen, sowie bei allen Formen von Entwicklungsverzögerungen und Entwicklungsstörungen.

 

Anthroposophische Sprachtherapie

Die kindliche Sprachentwicklung ist eingebettet in die Entwicklung der Bewegung und in die Entwicklung des kindlichen Denkens.

Die Sprache ist für den Menschen mehr als die Möglichkeit zur Kommunikation, vielmehr ist die Einheit von Sprache, Stimme und Atem unverwechselbarer, individueller Ausdruck der Persönlichkeit. Daher arbeiten wir in der Sprachtherapie auch immer an der kindlichen Entwicklung in ihrer Gesamtheit und richten uns nach den ganz individuellen Entwicklungsbedürfnissen und -besonderheiten des jeweiligen Kindes.

Sowohl in der grundlegenden Anbahnung der aktiven Sprache als auch in der therapeutischen Arbeit an verschiedenen Sprach- und Sprechauffälligkeiten muss es daher in differenzierter individueller Weise um die Anregung der Nachahmungsfähigkeit für gesprochene Sprache gehen. So entsteht für das Kind die Möglichkeit, Störungsbilder aus sich heraus umzuarbeiten.

Sprachtherapeutische Arbeit geschieht im Rahmen der integrativen Förderung:

  • in der unmittelbaren Kommunikation der Alltagssituation
  • in der therapeutischen Einzelsituation und
  • in der bewussten Sprachpflege und Sprecherziehung innerhalb kleinerer oder größerer Kindergruppen.